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Schottland – Natur pur.

mode_editKai Brixius / date_rangeJuli 01, 2019

Unsere sechstägige Rundreise durch Schottland begann sonntagmorgens in Edinburgh. Edinburgh ist die Hauptstadt Schottlands mit der Edinburgh Castle, die inmitten der schönen Stadt thront. Mit seinem internationalen Verkehrsflughafen bietet sich die Stadt im süd-osten Schottlands als hervorragender Startpunkt für einen Roadtrip an. Was darf selbstverständlich für einen Roadtrip nicht fehlen? Richtig, ein Mietwagen. Den hatten wir im Februar online gebucht und stand nun wenige Minuten Fußweg entfernt zur Abholung an einer Mietwagenstation bereit. Und dann ging unser Abenteuer auch bereits los. Aber Vorsicht, Linksverkehr!

Bevor wir in unserem nahegelegenen Hotel gegen Mittag einchecken konnten, nutzen wir die Zeit, um das sonnige aber frische Märzwetter im Royal Botanic Garden mit seiner vielfältigen Vegetation und tollen Landschaft zu genießen. Empfangen wurden wir in einer großen Aula mit Infostand, Souvenirladen und Restaurant. Von dort aus konnte man den botanischen Garten betreten. Über eine Karte verschafften wir uns einen groben Überblick und steuerten erst einmal ein kleines, gemütliches Café zur Stärkung an. Weiter ging es zu den berühmten Glashäusern. Es waren in der Anzahl zehn Stück und jedes beinhaltete eine eigene Klimazone. Beeindruckend, wenn ihr mich fragt: so viele verschiedene Arten an Bäumen, Blumen, Sträuchern und Kakteen habe ich noch nie gesehen. Jede auf ihre eigene Art und Weise schön.

Aber auch außerhalb der Glashäuser war die Landschaft im botanischen Garten traumhaft aufbereitet und in die verschiedensten Themenwelten unterteilt: Native Woodland, Rock Garden and Stream, Chinese Hillside and Pavilion, Scottish Heath Garden, usw. So konnte man zu Fuß von einer zu der anderen schlendern und befand sich von jetzt auf gleich in einer ganz anderen Welt.

Nach tollen drei Stunden Aufenthalt verließen wir die Stadt und fuhren etwas außerhalb gelegen zu unserem Hotel. Hier rasteten wir eine Weile, um gegen Abend gemütlich etwas leckeres Essen zu gehen.

Am nächsten Tag starteten wir früh. Unsere Reise führte uns an der Ostküste entlang in Richtung Stonehaven, eine Hafenstadt in Aberdeenshire. Auf dem Weg dorthin erwartete uns die Dunnottar Castle. Die Ruine steht auf einer felsigen Landzunge und ist ein Tourismusmagnet. Die Natur lädt jeden Touristen zu einer kleinen Wanderung entlang der Klippen ein und lässt einen die Ruine aus den verschiedensten Winkeln immer wieder neu entdecken. Über eine steile Felstreppe gelangt man aber auch direkt zu der Burg, die für einen kleinen Obolus auch zu besichtigen ist. Wer noch genügend Kraft in den Beinen hat, kann zudem noch in entgegengesetzter Richtung das War Memorial besuchen.

Gegen Nachmittag wurde es dann aber Zeit weiter zu fahren, sodass wir im nahegelegenen Stonehaven unser Tagesziel erreichten. Hier begrüßte uns ein sehr liebesvolles Ehepaar in ihrem charmanten Hotel Bayview. Wir hatten uns ein traumhaftes Loft-Zimmer mit sagenhaftem Meerblick direkt am Strand ausgesucht. Ein hohes, helles Zimmer mit offener Fensterfront und Balkon ließ uns träumen. Nach einen Spaziergang entlang der Bucht, einem Pub-Besuch mit schottischem Bier und Whisky sowie einem guten Abendessen in einem Restaurant um die Ecke genossen wir am nächsten Morgen bei klarem Himmel den Sonnenaufgang, – natürlich vom Bett aus.

Das Wohlfühlen nahm jedoch kein Ende, denn gegen 8:00 Uhr erwartete uns ein mit Liebe zubereitetes Frühstück. Zum einem standen auf der Theke allerlei frisch zubereitete Leckereien zur Selbstbedienung bereit, zum anderen wählten wir aus einer Menükarte. Meine Partnerin entschied sich für Kartoffelpuffer mit regional gefangenem Lachs und Ei, ich bekam einen saftigen Pancake mit frischen Brombeeren, Bananenstücken sowie Ahornsirup. Wer mochte, bekam noch einen frisch zubereiteten, warmen Muffin mit Blaubeerfüllung.

Gestärkt verabschiedeten wir uns bei den Besitzern und brachen zu neuen Zielen auf: Loch Ness mit der Urquhart Castle und Inverness, die größte Stadt und das kulturelle Zentrum der schottischen Highlands. Dabei streiften wir auf unserem Fahrtweg den Cairngorms-Nationalpark.

Nach zirka drei Stunden Autofahrt kamen wir in den Highlands an und schlängelten uns bei dämmerndem Wetter am sagenhaften Loch Ness entlang, vorbei am Nessi-Tourismuszentrum zur Urquhart Castle. Gegen ein Eintrittsgeld von £9,00 gelangt man über ein Museum mit Souvenirladen hinter die Befestigungsmauern an die Küste des Lochs, wo sich die Ruine befindet. Eine imposante Burg mit Geschichte und toller Aussicht auf Loch Ness, im Lauf der Geschichte jedoch deutlich zerstört.

Zurück in Inverness fuhren wir zu unserem nächsten Hotel Glasdair, stellten das Auto ab und spazierten mit dem Fluss Ness zu unserer Linken in das zwei Kilometer entfernte Stadtzentrum. Hier bummelten wir eine Weile durch die Geschäfte, erklommen die Inverness Castle und kauften Verpflegung für den Tag ein.

Auch der nächste Morgen begann wieder bei einem hervorragenden Frühstück mit liebevoller Bewirtung. Ein älterer Mann baute sich vor vielen Jahren gemeinsam mit seiner Frau ein sehr charakteristisches, stilvolles Bed and Breakfast auf, welches sie mit Herzblut bewirten und scheinbar beide körperlich wie auch geistig jung hält. Dieses Hotel hatten wir hingegen der anderen für zwei Nächte gebucht. Ziel für den Tag war eine Tour durch die Highlands und die Isle of Skye. Der gesamte Tag war geprägt von atemberaubenden Landschaftskulissen: hohe Berge, tiefe Klippen, Strände mit Weitblick, saftige Weiden mit freilebenden Schafen und Kühen sowie hunderte von Wasserfällen. Jetzt wussten wir, wir sind in Schottland angekommen, – Natur pur!

Uns blieb diese atemberaubende Landschaft an den letzten beiden Tagen erhalten. So brachen wir von Inverness auf und fuhren wieder mit unserem Peugeot 2008 durch die Highlands an der Westküste entlang nach Fort William, um nach einem kurzen Aufenthalt von dort aus mein persönliches Highlight zu bereisen: Glenfinnan, ein kleines Dorf in den schottischen Highlands am Nordrand von Loch Shiel mit etwa 100 Einwohnern. Zum einem bietet Glenfinnan eine atemberaubende Aussicht auf das Loch Shiel mit dem Glenfinnan Monument, zum anderen befindet sich dort das Glenfinnan Viadukt in direkter Nähe. Das Glenfinnan Viadukt ist vor allem aus Harry Potter bekannt. Es handelt sich um die bogenförmige Pfeilerbrücke, über welche der Hogwarts Express im Film fuhr. Auch heute fährt noch die alte Dampflock, der Jakobite Steam Train, ab April bis Oktober zwei Mal täglich dort entlang und begeistert jeden Touristen.

Da wir außerhalb der Hochsaison reisten, konnten wir die Natur in vollen Zügen genießen. So nutzen wir den gesamten Mittag, um spazieren zu gehen, die Gegend zu erkunden und unzählige Fotos zu schießen. Es war einfach traumhaft!

Gegen Abend kamen wir nach weiteren 45 Minuten Autofahrt in Corran an. Hier lag unser gleichnamiges Hotel The Corran an einer Fährstation. The Corran ist ein sehr modernes mit einem Auge für Ästhetik und Detail gestaltetes Hotel, wo einem nichts fehlte. Neben den Hotelzimmern im Obergeschoss befindet sich im Erdgeschoss auch noch ein Restaurant. Leider hatte dieses in der Nebensaison geschlossen. So zog es uns abends noch einmal in Richtung Fort William zurück, wo wir den Abend ausklingen ließen.

Am nächsten Tag brachen wir früh auf in Richtung Edinburgh Flughafen, denn wir wollten vor unserem Abflug noch die Kelpies besichtigen. Die Kelpies sind zwei Pferdekopfskulpturen aus Stahl, die jeweils rund 30 m hoch sind. Sie stehen in einem Park namens The Helix nahe beim Forth and Clyde Canal in Falkirk. Die Skulpturen stellen zwei Kelpien dar, Wassergeister in Pferdegestalt. Man kann sie auch bereits von der Autobahn sehen, jedoch ein Besuch direkt vor Ort lohnt sich. Wenn man einmal direkt vor diesen riesigen Pferdeköpfen steht begreift man erst derer Ausmaße und Schönheit.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt kamen wir letzten Endes wieder in Edinburgh an. Unsere Rundreise schloss sich. Mit tollen Eindrücken und Erinnerungen aber erschöpft, freuten wir uns nun auf die Heimat. Es waren für uns unvergessliche Tage in denen wir vor allem eines mitnahmen: Schottland hat eine der schönsten Landschaften der Welt.