The Great Resignation – Die Große Kündigungswelle und was Unternehmen in Deutschland daraus lernen können

Christina Street / 25. Oktober 2021

Millionen von Amerikanern haben 2021 ihren Job geschmissen. Wirtschaftsexperten nennen das Phänomen „The Great Resignation“ oder „The Big Quit“ – die große Kündigungswelle. Doch auch in Deutschland rumort es.  Ein Drittel aller deutschen Unternehmen haben bisher einen Fachkräftemangel gemeldet – so eine ifo Umfrage im Herbst 2021.

Rollt eine große Kündigungswelle bald auch bei uns ein? Falls ja, was können Unternehmen jetzt tun, um vorzubeugen?

Was Unternehmen in Deutschland aus der großen Kündigungswelle lernen können

  1. Mitarbeitern zuhören

Debbie Lovich, Leadership Expertin sagt in ihrem TED-Talk, dass Führungskräfte ihren Mitarbeitern zuhören müssen und fragen sollten, was ihnen während der Pandemie am besten und am wenigsten gefallen hat. Führungskräfte müssen sich eingestehen, dass Mitarbeitern viel Freiheit und Vertrauen zugesprochen wurden, als sie von Zuhause aus arbeiteten. Diese Autonomie wünschen sich viele Mitarbeiter weiterhin. Lovich schlägt vor, die Arbeit so umzugestalten, dass sie besser zum Leben der Mitarbeiter passt. Beispielsweise wünschen sich Mitarbeiter Flexibilität in ihren Arbeitszeiten, um mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Kernarbeitszeiten, in denen alle Mitarbeiter arbeiten sind hier die Lösung mit der Möglichkeit morgens früher oder später anzufangen. So können morgens Sport machen oder nachmittags mit ihren Kindern spielen.

  1. Home Office – die neue Art zu arbeiten

Angesichts des durch die Pandemie ausgelösten Wandels zum virtuellen Arbeiten wird die Anwesenheitspflicht im Büro nun von vielen Mitarbeitern in Frage gestellt. Arbeiten im Home Office hat während der Pandemie-Restriktionen schließlich gezeigt, dass die Arbeit auch von Zuhause gut erledigt werden kann. Viele Mitarbeiter möchten also auch in Zukunft etwas mehr Flexibilität in ihrer Arbeit sehen.  Vor allem im mittel bis niedrigeren Lohnbereich, beispielsweise in Callcentern, macht die Arbeit aus dem Home Office einen entscheidenden Unterschied, sagt Lovich: Fahrtkosten und die Fahrtzeit ins Büro werden eingespart. Telefonieren kann man auch von Zuhause.

  1. Eine neue Erwartungshaltung an die Arbeit

Die Pandemie hat zu Beginn sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber in Atem gehalten. Doch während die Welt still stand, hat sich bei vielen Arbeitnehmern etwas verändert. „Der bleibende Effekt dieser Pandemie wird eine Revolution der Erwartungen an die Arbeit sein“, so Derek Thompson in seinem Artikel in The Atlantik. Was bleibt ist eine neue Erwartungshaltung an sich selbst und an die Arbeitswelt. Das zeigte sich nicht zuletzt in dem Podcast ZigZag von Manoush Zamorodi, in dem überlegt wird, die eigenen, professionellen Ziele so umzulenken, dass unser Handeln Mitmenschen und der Umwelt gut tun. Thompon sagt, diese Art des Kündigens ist ein Ausdruck von Arbeitnehmer-Optimismus, der sagt: Ich wünsche mir etwas Besseres für mich. Für Arbeitgeber bedeutet das: Jetzt ist der Moment da, Mitarbeitern zu zeigen, dass sie wertgeschätzt werden.

 

Mitarbeiter binden

  1. Fachkräfte halten und Career Downsizing annehmen

Mit der Kündigungswelle in den USA ist die Zahl der Firmengründungen geradezu explodiert. Personal sehnt sich nach Freiheit und Kreativität. Das Gefühl, etwas zu bewirken. Und mehr Flexibilität und weniger Arbeit. In einem Artikel von GQ Magazin wird das Thema Career Downsizing angesprochen – hochqualifizierte Fachkräfte entscheiden sich bewusst dazu weniger zu arbeiten und das Leben bewusster zu erleben. Abseits der Metropolen. Wenn Sie gutes Personal haben, das Sie halten wollen, denken Sie darüber nach solchen Vorschlägen entgegenzukommen.

  1. Löhne anpassen

Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit, sagte der Süddeutschen Zeitung, dass Deutschland jährlich 400.000 Zuwanderer bräuchte, um den Mangel in einer Vielzahl von Branchen auszugleichen. Die Branchen reichen von der Krankenpflege bis hin zu Green-Tech-Unternehmen. Zuletzt sei das auch eine Lohnfrage, so Andrew Watt, Leiter des Referats Europäische Wirtschaft am Institut für Makroökonomische Politik der Hans-Böckler-Stiftung. Löhne in bestimmten Branchen werden, wie auch in Amerika, ansteigen, um Fachkräfte in ihren Stellen zu halten.

  1. Employer Branding

In einem aktuellen Stepstone Whitepaper zur Zukunft des Bewerbens geht hervor, dass Unternehmen sich von der Konkurrenz abheben müssen – mit einem hervorragenden Employer Branding, das Mitarbeiter hält und neue, hochqualifizierte Mitarbeiter an Land zieht. Nur so kann man sich von der Konkurrenz hervorheben und Mitarbeiter an das Unternehmen binden.

Fazit:

Bisher gibt es noch keine extreme Kündigungswelle, wie in Amerika. Dennoch fehlen auch in Deutschland 400.000 Fachkräfte, die wir dringend in allen Branchen benötigen. Um gute Mitarbeiter jetzt zu halten ist es daher besonders wichtig, ihnen in ihren Wünschen entgegenzukommen, sie nach ihren positiven und negativen Arbeitserlebnissen zu fragen und einen fließenden Arbeitsalltag auszuprobieren. Das Coronavirus und auch der systematische Wandel in der Arbeitswelt sind da um zu bleiben.

Wenn Sie sich für eine Mitarbeiter-Prämienprogramm interessieren oder Fragen dazu haben, dann schreiben Sie unserem Vertrieb gerne eine Email an vertrieb@magmapool.de oder rufen Sie uns unverbindlich an unter 0800-624 627 602 oder  +49 (0) 2602 68696-0.

 

 



Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

zurück
Shares