Recruiting junger Mitarbeiter

Recruiting: Was junge Mitarbeiter wollen

mode_edit / date_rangeDezember 29, 2017

Wie machen sich Unternehmen attraktiv?

Haben Sie schon etwas vom „War for Talents“ gehört? Keine Sorge, Sie müssen jetzt nicht in Deckung gehen. Der etwas zu martialisch gewählte Begriff beschreibt ein heikles Problem vieler Unternehmen: die Suche nach jungen Mitarbeitern. Daher stellt sich die Frage: Wie machen sich Arbeitgeber beim Recruiting für Talente attraktiv bzw. was wünschen sich die Jungen?

Die nachrückende Mitarbeitergeneration, auch „Generation Y“ genannt, ist anders. Die Jungen, ca. zwischen 1980 und 1999 geboren, hinterfragen Dinge und achten penibel auf die heute vielzitierte Work-Life-Balance. Die Freizeit darf nicht zu kurz kommen, das Büro darf nicht zum Zuhause werden, die Lebensqualität darf einfach nicht zu stark vom Beruf eingeschränkt sein. Das sind ganz schön viele Forderungen für einen Jungspund, der erst kürzlich die Universität verlassen hat. Aber: Gerade die relativ frischen Bachelor oder Masteranden mit ein wenig Berufserfahrung haben oft die freie Jobauswahl. Nicht selten werden sie schon vor der Bewerbung gezielt von Headhuntern angesprochen. Am Ende können sie sich zwischen zehn, wenn nicht zwanzig oder mehr Unternehmen entscheiden.

Ihr Wunsch ist mir Befehl

Firmen, die junge Fachkräfte gewinnen wollen, sollten sich daher, wenn auch manchmal zähneknirschend, auf die speziellen Wünsche der Generation Y einlassen – so erklärt es Margareta Glass in einem Interview mit der Magmapool AG. Sie ist eine der erfolgreichsten Headhunterinnen Deutschlands und CFO der Signium-Gruppe Deutschland. Und sie weiß genau, dass Arbeitgeber gewisse Opfer bringen müssen, um sich beim Recruiting von Konkurrenzunternehmen abzusetzen. Wenn ein Mitarbeiter z.B. zwei Tage die Woche Home-Office machen möchte, dann sollten Firmen das auch ermöglichen. Zudem schätzen es die Angestellten, wenn der Arbeitgeber regelmäßige Weiterbildungen anbietet. Das schließt die Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens mit ein. Firmen, die jungen Menschen gewisse Entscheidungsbefugnisse bzw. Verantwortlichkeiten übergeben und flache Hierarchien etablieren, kommen sehr gut an und erreichen früh das Vertrauen der neuen Mitarbeiter.

„Was wollen die jungen Dinger denn noch alles?“, werden Sie sich jetzt fragen. Die gut ausgebildeten Fachkräfte fordern natürlich nicht nur, sie geben auch zurück. Sie geben frischen Input und haben gelernt, eigenständig für Ergebnisse zu sorgen. Daher sollten Firmen die gewährten Gestaltungsspielräume nicht zu negativ sehen. Die Generation Y hat gelernt, Vorgegebenes nicht stur auszuführen. Sie hinterfragen: Was kann ich besser machen? Dieses mehrdimensionale Denken kann durchaus förderlich für den Unternehmenserfolg sein. Die Jungen möchten schließlich in einem erfolgreichen Unternehmen arbeiten. Erfolgsabhängige Prämien oder Boni treiben sie daher an und motivieren sie.

Geld ist nicht alles

Aber fällt Ihnen was auf? Wir sind noch gar nicht konkret auf das Thema Gehalt eingegangen. Margareta Glass zufolge spielt das Geld bei der Generation Y tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist eine gute Arbeitsatmosphäre und Zusammenarbeit im Team. Ein Jobangebot anzunehmen, ist demnach vor allem eine emotionale Entscheidung. Folglich sollte man sich als Unternehmen möglichst transparent auf der eigenen Webseite zeigen, als sympathische Einheit, die positive Emotionen weckt. Denn ein Lächeln im Gesicht überzeugt mehr als jedes geschriebene Wort im Web.

Sich im Sinne eines erfolgreichen Recruitings derart offenherzig und transparent zu präsentieren, sprich stark zu verändern, fällt vielen Unternehmen schwer, sagt Margareta Glass: „Je erfolgreicher ein Unternehmen in der Vergangenheit war, umso schwieriger ist es, Veränderungsprozesse anzustoßen. Man ruht sich gern in der Komfortzone aus.“ Doch im Recruiting gilt das Gleiche wie im Business Development allgemein: Unternehmen müssen sich ständig neu erfinden, sonst verlieren sie den Anschluss.

 

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