Betriebliches Gesundheitsmanagement: Was ist zu beachten?

mode_editMaximilian Schütz / date_rangeJuni 05, 2018

Wussten Sie, dass Rückenschmerzen jährlich kumuliert mehr als vier Millionen Mitarbeiterfehltage in deutschen Unternehmen verursachen? Dies meldet die Krankenkasse DAK. Dazu kommen Erkältungen und psychische Erkrankungen als weitere häufige Gründe für Arbeitsausfälle. Sie als Führungskraft wollen anhand dieser alarmierenden Zahlen natürlich sofort handeln. Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM, soll Abhilfe schaffen. Doch was ist bei der Einführung und Umsetzung zu beachten?

Spätestens beim Blick auf die Jahresbilanz sollte Führungskräften bewusstwerden, inwiefern krankheitsbedingte Fehltage der Mitarbeiter die Produktivität und die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens schmälern. Gesunde, motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter sind schließlich der Motor jedes Betriebs. Dieser Motor darf nicht ins Stottern kommen. Daher haben 26 Prozent der deutschen Unternehmen bereits ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) etabliert, wie die #whatsnext-Studie (2017) der Techniker Krankenkasse aufführt.

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement zielt auf die Gesundheitsförderung und den Gesundheitserhalt der Mitarbeiter ab. „Gesunde Mitarbeiter sind ausgeglichene, zufriedene Mitarbeiter, die ihren Tätigkeiten aufgrund ihres positiven Gesundheitszustands besser nachkommen können als kranke oder gesundheitlich beeinträchtige Mitarbeiter“, so fasst es der Berufsverband Betriebliches Gesundheitsmanagement zusammen. Gesunde Mitarbeiter sind also ein klarer Wettbewerbsvorteil: Bei geringem Krankheitsausfall erzielt eine Firma mehr Gewinne und profitiert gleichermaßen von der Arbeitsfähigkeit und besseren Leistungsfähigkeit seiner Angestellten. Betriebliches Gesundheitsmanagement stellt folglich eine Win-win-Situation für Mitarbeiter wie für das Unternehmen dar.

Ein paar Fitnesskurse reichen nicht aus

BGM wird in Firmen aber häufig mit BGF verwechselt. BGF ist die Betriebliche Gesundheitsförderung, die einzelne Maßnahmen umfasst: eine Ergonomie-Schulung hier, ein Ernährungs-Workshop da. Kurz gesagt: Ein bisschen BGF macht noch kein ganzheitliches BGM. Das Angebot diverser gesundheitsfördernder Maßnahmen ist lediglich ein kleiner Teilaspekt eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements. BGM ist nicht so schnell umgesetzt, wie viele Führungskräfte es sich wünschen.

Den Mitarbeitern in Seminaren zu veranschaulichen, wie sie sich gesund ernähren, ihren Rücken stärken oder ihre innere Mitte finden, ist ein guter Anfang. Doch für einen positiven Gesundheitszustand eines Mitarbeiters sind noch weitere Dinge unterstützend. Das Teambuilding ist beispielsweise extrem wichtig. Fühlt sich das Personal untereinander und miteinander wohl, erzeugt das Wohlbefinden – ein bedeutender Part der Mitarbeiterzufriedenheit.

Betriebliches Gesundheitsmanagement betrachtet das große Ganze

Das BGM sollte also weiter gefasst betrachtet werden, mitsamt vieler die Gesundheit beeinflussender Faktoren. Zu diesen zählt auch die Arbeitsplatzumgebung. Ein ergonomischer Schreibtisch und Bürostuhl sowie genügend Ruhe bei der Arbeit helfen dem Mitarbeiter dabei, sein volles Potenzial zu erreichen.

Zusätzlich sollten wir nicht die psychische Gesundheit der Menschen außer Acht lassen. Ein BGM greift diesbezüglich gezielt in die Unternehmenskultur ein. Unter anderem sollen gesundheitsbelastende Verhaltensweisen der Führungskräfte vermieden werden. Eine geringe Wertschätzung sowie wenig Mitbestimmungs- oder Selbstverwirklichungsmöglichkeiten können Mitarbeiter nämlich auf Dauer krankmachen.

Wie viel sollte man investieren?

Viele deutsche Firmen haben diese verschiedenen Missstände bereits erkannt und planen Investitionen in das BGM. So wollen laut #whatsnext-Studie der Techniker Krankenkasse 40 % der befragten Firmen ihre finanziellen Ressourcen in diesem Bereich in den nächsten fünf Jahren stark erhöhen. 27 % der deutschen Unternehmen haben aktuell ein Budget von bis zu 10.000 € eingeplant und 10 % setzen schon mehr als 100.000 € für die Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ein.

Diese Investitionen lassen sich zusätzlich absichern. Stellen Sie sich z.B. vor, Ihr Unternehmen sponsert den Mitarbeitern Sportkurse in Fitnessstudios und kaum ein Mitarbeiter geht hin. Um diesem Szenario vorzubeugen, belohnen einige Firmen ihre Angestellten für absolvierte Sportprogramme oder ähnliche Angebote im Rahmen des BGM. Diese Belohnungen sollen als Anreiz dienen, den manchmal übermächtigen inneren Schweinehund einfacher zu überwinden.

Eine beliebte Belohnung sind Prämienpunkte in einem unternehmensinternen Prämienshop. So erhält der Angestellte beispielsweise 1.000 Punkte für eine absolvierte achtwöchige Rückenschule und kann sich von diesen Punkten selbst eine Sachprämie als Belohnung für seine Leistungen auswählen. Das motiviert ihn zusätzlich, ein neues Sportprogramm zu beginnen und steigert seine Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber.

Zu den Themen Mitarbeiterbindung in Verbindung mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement berät Magmapool Sie gerne persönlich.

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